Was für ein Ausrufezeichen! Die zweite Herrenmannschaft von Fortuna Logabirum hat im Heimspiel gegen den Oberliga-Absteiger TuS Bramsche 2 den dritten Sieg im dritten Spiel eingefahren. Mit einem deutlichen 82:54-Erfolg verteidigte das junge Team seine weiße Weste und kletterte sensationell an die Tabellenspitze der Landesliga.
Dabei standen die Vorzeichen vor dem Freitagsspiel alles andere als gut. Coach Riethmüller blickte auf eine extrem dünne Personaldecke: Alle etatmäßigen Spieler auf den großen Positionen fielen komplett aus. Als wäre das nicht schon genug, mussten auch noch drei weitere Flügelspieler kurzfristig passen. Die Voraussetzungen hätten also definitiv besser sein können.
Die Marschroute von Trainer Riethmüller war vor dem Tip-off dennoch klar: „Trotzdem unser Spiel machen!“, betonte der Coach. Die Devise lautete: den Ball schnell machen, geduldig gute Abschlüsse finden und vor allem defensiv bereits beim Ballvortrag des Gegners eine Menge Druck ausüben.
Dieser Plan ging in der Verteidigung von Anfang an voll auf. Durch den enormen Druck auf den Ballführer und die Möglichkeit, dank der agilen Aufstellung fast alles flexibel zu „switchen“, holten die Leeraner Stopp um Stopp. Die Belohnung: Bramsche fand offensiv überhaupt keinen Rhythmus und kam in der gesamten ersten Halbzeit auf gerade einmal 23 magere Punkte (12 im ersten, 11 im zweiten Viertel).
Offensiv lief es im ersten Viertel allerdings noch etwas holprig. Zu viele einfache Punkte ließen die Baskets direkt am Brett liegen, und auch der Distanzwurf wollte noch nicht fallen. In dieser Phase übernahm Djamal Boubacar Verantwortung: Mit fünf Punkten in Folge brach er den Bann und sorgte für die knappe 14:12-Führung nach den ersten zehn Minuten.
Im zweiten Viertel zogen die Hausherren das Tempo dann auch im Angriff deutlich an. Ein Schlüssel zum Erfolg war in diesem Abschnitt die exzellente Arbeit beim Offensiv-Rebound, die der personell geschwächten Truppe in dieser Besetzung wohl kaum jemand zugetraut hätte. Allen voran Jesse Behrends (10 seiner insgesamt 20 Punkte in diesem Viertel) und Lennox Oelschläger (7 Punkte in diesem Viertel) ackerten unermüdlich unter dem gegnerischen Korb und belohnten das Team mit wichtigen zweiten Wurfchancen.
Obwohl die allgemeine Trefferquote zu diesem Zeitpunkt bei allen Akteuren immer noch leicht ausbaufähig war, erarbeiteten sich die Baskets durch puren Willen eine hochverdiente 40:23-Pausenführung.
In der Kabine warnte Trainer Riethmüller seine junge Mannschaft eindringlich davor, sich nun zufrieden zurückzulehnen: „Wir müssen weiterspielen, als stünde es 0:0!“, so die Ansage des Coaches. Schließlich habe man solche Spiele in der Vergangenheit schon zu oft wieder hergeschenkt.
Die Warnung kam zur rechten Zeit, denn der Oberliga-Absteiger aus Bramsche kam mit viel Energie aus der Kabine und versuchte im dritten Viertel noch einmal alles. Es entwickelte sich ein völlig ausgeglichenes, intensives Basketballspiel. Doch die „Zwote“ überstand diese Drangphase der Gäste mit Bravour. Das Team blieb cool, verfolgte konsequent den Matchplan, spielte sein eigenes Spiel und sicherte sich das Viertel am Ende hauchdünn mit 18:17 (58:40).
Im vierten Viertel hatten sich die Gäste aus Bramsche dann endgültig aufgegeben. Die Fortuna nutzte die schwindenden Kräfte des Gegners gnadenlos aus. In dieser Phase nahmen offensiv vor allem Noah Wachtel und Aurimas Bagdonavicius die Zügel in die Hand und spielten groß auf. Mit einem krönenden 24:14-Schlussabschnitt schraubte Fortuna das Ergebnis weiter in die Höhe.
Am Ende stand eine überragende Teamleistung, bei der jeder der acht eingesetzten Spieler super ablieferte.
Am Schluss steht ein hochverdienter 82:54-Erfolg auf der Anzeigetafel – und die wohl kaum für möglich gehaltene Tabellenführung nach drei Spieltagen!
Für Logabirum spielten: Jesse Behrends (20 Punkte/1 Dreier), Noah Wachtel (16/1), Aurimas Bagdonavicius (14), Djamal Boubacar (9/1), Philipp Rothe (6), Jahlani Medina (2), Lennox Oelschläger (12/1 Dreier), Macklly Stein (3).
Nach diesem Traumstart geht es für die zweite Herren in zwei Wochen mit einem echten Kracher weiter: Dann steht das emotionale Heimderby gegen den Bürgerfelder TB an.
Die Truppe will diesen Aufwind in die restliche, noch junge Saison mitnehmen. Wir sind gespannt!

