Was für ein Basketball-Nachmittag in der BBS-Halle! Die Kleene Trockenbau Baskets Fortuna Logabirum haben sich in einem nervenaufreibenden Overtime-Krimi gegen die stark aufspielenden MTV Gifhorn mit 125:110 (nach Verlängerung) durchgesetzt – und dabei eindrucksvoll Moral bewiesen.
Die Vorzeichen standen alles andere als günstig. Leistungsträger Ben Post fehlte verletzt, ein geregeltes Teamtraining war unter der Woche nicht möglich, und mit nur sechs wirklich spielfähigen Akteuren gingen die Hausherren in die Partie. „Das darf keine Ausrede sein“, hieß es im Vorfeld – doch anzumerken war die personelle Situation der Fortuna vor allem zu Beginn.
Gerade im ersten Viertel offenbarten sich große Abstimmungsprobleme in der Defensive der Gastgeber. Gifhorn nutzte das eiskalt aus. Ob aus der Mitteldistanz oder von jenseits der Dreierlinie – die Würfe fielen hochprozentig. Ganze 32 Punkte legten die Gäste in den ersten zehn Minuten auf, während Logabirum lediglich 16 Zähler gelangen.
Im zweiten Abschnitt kam zumindest die Offensive der Baskets besser ins Rollen. Vorne wurde nun konsequenter abgeschlossen, doch defensiv blieb man anfällig. Kurz vor der Halbzeit kämpfte sich Fortuna auf 45:53 heran – nur um postwendend den nächsten Nackenschlag zu kassieren: Gifhorns Topscorer traf mit dem Halbzeitpfiff spektakulär von der Mittellinie gegen Verteidigung.
Mitte des dritten Viertels schien beim Stand von 49:69 bereits eine Vorentscheidung gefallen. Doch die Kleene Trockenbau Baskets steckten nicht auf. Die Verteidigung wurde aggressiver, die Intensität stieg. Zwar traf Gifhorn weiterhin auch schwierige Würfe – gefühlt mit einer Quote von 70 Prozent aus dem Feld – doch Logabirum kämpfte sich Stück für Stück heran. Beim Stand von 72:79 war plötzlich wieder alles offen – und die Halle endgültig da.
Das Schlussviertel begann allerdings erneut mit einem Dämpfer. Schnell zog Gifhorn auf 90:78 davon. Doch Aufgeben war keine Option. Die Hausherren verkürzten auf 92:98, während bei den Gästen zunehmend die Kräfte schwanden. Zwei Gifhorner foulten sich aus, ab der 38. Minute agierten die Gäste nur noch zu viert.
Mit einer aggressiven 2-2-1-Zonenpresse erhöhte Fortuna den Druck und erzwang wichtige Ballgewinne. Eine Minute vor Schluss brachte Quentin Riethmüller sein Team mit einem Dreier auf 100:102 heran, kurz darauf glich Auris Bagdonavicius aus. In der verbleibenden Zeit fiel kein weiterer Treffer – Verlängerung!
In der Overtime spielten sich die Baskets in einen Rausch. Mit 23:8 entschieden sie die Zusatzminuten klar für sich. Am Ende stand ein deutlicher 125:110-Erfolg auf der Anzeigetafel – ein Ergebnis, das den dramatischen Spielverlauf kaum widerspiegelt.
„Riesen Respekt an Gifhorn für diesen Fight“, sagte Macklly Stein es nach der Partie. „Am Ende hat ihnen mit vier Leuten natürlich die Kraft gefehlt. Das hat es uns leichter gemacht – defensiv wie offensiv. Trotzdem haben wir phasenweise katastrophal verteidigt. Aber ich bin stolz auf unsere Moral und danke den Fans, die die Halle wieder zu einer Festung gemacht haben.“
Logabirum: Bagdonavicius (24 Punkte/4 Dreier), Washington (48/3), Gerrits, Riethmüller (19/4), Janssen (11/3), Gastmann, Heß-Gerden, Bruns (21/1), Oelschläger (2).
