Am vergangenen Samstag musste sich die U14 des Team Ostfriesland der zweiten Mannschaft von Rasta Vechta mit 71:81 geschlagen geben. Betrachtet man jedoch die bisherigen Duelle gegen denselben Gegner – Niederlagen mit 30 beziehungsweise 40 Punkten Differenz – wird schnell deutlich, welch enorme Entwicklung die junge Auswahl aus Ostfriesland genommen hat.
Schwieriger Start trotz guter Offensivaktionen
Das erste Viertel begann zunächst wenig verheißungsvoll. Offensiv präsentierten sich die Ostfriesen zwar gefällig: Die Presse von Vechta wurde deutlich besser überspielt als in den Hinspielen, und das Team zeigte einige schöne Sequenzen im Ballmovement. Besonders Leon Wolters und Fynn-Luca Smidt setzten mit jeweils vier schnellen Punkten frühe Akzente.
Die Probleme lagen jedoch in der Defensive. Im 1-gegen-1 bekam man die schnellen Spieler des Rasta-Nachwuchses zunächst nicht in den Griff. Mehrere Abschlüsse am Brett sowie zwei erfolgreiche Dreipunktewürfe im ersten Viertel sorgten für einen frühen Rückstand.
Im zweiten Viertel bot sich ein ähnliches Bild. Defensiv war nun etwas mehr Zugriff vorhanden, dennoch kassierte man weiterhin zu einfache Punkte. Offensiv lief der Ball weiterhin gut, die Cuts zum Korb waren stark – doch der Ball wollte einfach nicht durch die Reuse fallen. Lediglich sieben eigene Punkte standen am Ende dieses Abschnitts auf dem Scoreboard. So ging es mit einem deutlichen 20:41-Rückstand in die Halbzeitpause. Trainer Riethmüller fand dort klare Worte: Offensiv habe man sich wenig vorzuwerfen, man müsse geduldig weiterspielen. Defensiv hingegen brauche es gegen ein Top-Team der Landesliga deutlich mehr Intensität, um über Stops und Fastbreaks für Entlastung zu sorgen.
Und die Mannschaft lieferte. Mit einem völlig anderen Gesicht kam das Team Ostfriesland aus der Kabine. Das dritte Viertel entwickelte sich zu einem ansehnlichen Jugendspiel mit hohem Tempo und aggressiver Defense auf beiden Seiten. Exzellente 27 Punkte erzielten die Ostfriesen in diesem Abschnitt. Angeführt wurde das Team von einem an beiden Enden überragenden Eliah Straub, der allein im dritten Viertel 11 Punkte markierte und die Partie mit insgesamt 18 Zählern als Topscorer beendete. Defensiv war der Einsatz nun deutlich höher, dennoch hielt Vechta mit 22 Punkten dagegen. Ein Dreier-Buzzerbeater von Leon Wolters zum Viertelende verkürzte auf 16 Punkte Rückstand – ein kleiner Schritt, doch an ein echtes Comeback glaubte auf den Rängen zu diesem Zeitpunkt noch kaum jemand.
Das sollte sich schnell ändern. Innerhalb von nur zwei Minuten im Schlussviertel kämpfte sich das Team durch einen Treffer von Thees Bieder und zwei Punkte von Mats Bruns auf neun Zähler heran – die psychologisch wichtige Marke von unter zehn Punkten war geknackt. Defensiv ließen nun alle Spieler alles auf dem Feld. Der hohe Einsatz zwang die etwas überrumpelt wirkenden Gäste zu ungewohnten Fehlern und überhasteten Abschlüssen. Offensiv überzeugten nun vor allem die Spieler auf den großen Positionen: Domenik Salmaier erzielte sechs Punkte in diesem Viertel, ebenso wie sein Positionspartner Immo Manßen. Zwischenzeitlich war die U14 bis auf vier Punkte am Favoriten dran.
Am Ende reichte es zwar nicht ganz zum Sieg gegen die talentierte Mannschaft aus Vechta, doch es war ein beeindruckender Basketball-Nachmittag der Ostfriesen, die in der Landesliga immer besser ankommen. Die Entwicklung ist klar erkennbar: Von Spiel zu Spiel und von Training zu Training macht das Team Fortschritte. Jeder Spieler ist bereit, Verantwortung zu übernehmen, und das Zusammenspiel wird sichtbar besser.
Tilman Hanken (4 Punkte), Fynn-Luca Smidt (10 Punkte, 1 Dreier), Jan de Boer, Eliah Straub (18 Punkte, 1 Dreier), Thees Bieder (8 Punkte), Lenouk Oelschläger (2 Punkte), Mats Bruns (2 Punkte), Immo Manßen (8 Punkte), Domenik Salmaier (8 Punkte).
