Die zweite Herrenmannschaft von Fortuna Logabirum hat in der Landesliga ein Ausrufezeichen gesetzt. An den vergangenen beiden Spieltagen feierte das extrem junge Team zwei nicht unbedingt eingeplante, aber umso wichtigere Siege im Abstiegskampf – zunächst gegen den Tabellenzweiten MTV Lingen (68:60), eine Woche später auswärts beim Tabellenfünften TuS Petersfehn (76:74).
Defensivschlacht gegen Lingen – starker vierter Abschnitt bringt die Wende
Das „Heimspiel“ gegen Lingen hatte besondere Vorzeichen: Über 50 lautstark singende Gästefans machten die Halle kurzerhand zur Auswärtsspiel-Atmosphäre. Die Emsländer wollten mit einem Sieg die Tabellenführung übernehmen – doch die jungen Logabirumer hatten andere Pläne.
Mit einer konsequenten „Box-and-one“-Verteidigung wurde Lingens Topscorer Theo Wempe (über 28 Punkte im Schnitt) aus dem Spiel genommen. Lennox Oelschläger verteidigte ihn über das gesamte Feld, während das Team dahinter diszipliniert rotierte. Es entwickelte sich von Beginn an ein intensives, defensiv geprägtes Spiel. Malte Ostermann dominierte die Bretter, offensiv lief jedoch zunächst wenig zusammen – 26:26 zur Pause, 36:36 vor dem Schlussviertel.
Im vierten Abschnitt kippte die Partie offensiv. Jesse Behrends eröffnete mit sechs schnellen Punkten einen Lauf zur 48:42-Führung. Lingen konterte durch Welp und Jacob Pennigers (vier Dreier), ging sogar kurzzeitig in Front. Doch in der Crunchtime behielten die Hausherren die Nerven: Macklly Stein zog wichtige Fouls (5/6 Freiwürfe in den letzten Minuten), Tristan Wiggerthale traf 1:30 Minuten vor Schluss einen Dreier zur Sechs-Punkte-Führung. Nach einem unsportlichen Foul der Gäste, sicheren Freiwürfen von Noah Wachtel und einem weiteren Offensivrebound Ostermanns war die Überraschung perfekt – 68:60.
„Der Fight in der Defense war riesig – darauf können wir stolz sein“, betonte Trainer Quentin Riethmüller. Besonders erfreulich: Die U18-Spieler übernehmen immer mehr Verantwortung und wachsen sichtbar in ihre Rollen hinein.
Punkte gegen Lingen:
Stein 15, Wiggerthale 16, Oelschläger 15, Wachtel 8, Behrends 8, Ostermann 6, Henning, Tempel.
Dezimiert zum Coup in Petersfehn
Eine Woche später reiste die „Zweite“ stark ersatzgeschwächt mit nur sieben Spielern – darunter vier U18-Akteure – nach Petersfehn. Mit Björn Oelschläger kehrte jedoch wertvolle Erfahrung zurück, ebenso U18-Spieler Oscar Scheit nach sechsmonatiger Mexiko-Reise.
Gegen die 3/2-Zone der Gastgeber startete Logabirum offensiv überraschend gut. Der Ball lief flüssig, Felix Stieber zeigte sein bestes Saisonspiel (11 Punkte). Defensiv hatte man zunächst Probleme mit Cuts und Würfen aus der Mitteldistanz – 32:34 zur Halbzeit.
Nach klaren Worten in der Kabine – 40 Minuten als Einheit, bessere Kommunikation, mehr Balance gegen die Zone – steigerte sich das Team im dritten Viertel deutlich. Die Intensität nahm zu, Stopps führten zu Fastbreaks. Vor allem Lennox Oelschläger (6 Punkte im Viertel) und Tristan Wiggerthale (8) nutzten das Tempo. Petersfehn blieb jedoch knapp vorne.
Im Schlussabschnitt folgte die Entscheidung: Petersfehn stellte zwischenzeitlich auf Mann-Mann-Verteidigung um – ein Fehler gegen die athletischen Gäste. Jesse Behrends dirigierte über 40 Minuten souverän das Spiel, Noah Wachtel traf einen wichtigen Dreier und vollendete einen Fastbreak zur Führung. Topscorer Wiggerthale (24 Punkte) hielt mit starken Drives den Vorsprung. Ein Korbleger von Oscar Scheit und Freiwürfe von Behrends sorgten für das 76:72 kurz vor Schluss. Petersfehn verkürzte zwar noch, doch die Zeit reichte nicht mehr – 76:74, zweiter Sieg in Folge.
„Wir haben 40 Minuten eine wirklich konstante und erwachsene Leistung gezeigt. Jeder der sieben Spieler hatte seinen maßgeblichen Anteil“, lobte Riethmüller.
Mit nun zwei Erfolgen gegen Teams aus der oberen Tabellenhälfte schöpft die junge Mannschaft neues Selbstvertrauen im Abstiegskampf. Ausruhen ist jedoch nicht angesagt: Am kommenden Sonntag wartet mit dem direkten Konkurrenten BBC Osnabrück das nächste Schlüsselspiel.
Punkte gegen Petersfehn:
Wiggerthale 24, L. Oelschläger 15, Wachtel 11, Stieber 11, Behrends 7, Scheit 6, B. Oelschläger 2.
